Diesen Satz haben wir in dieser oder in einer anderen ( weniger freundlich formulierten ) Form schon sehr oft zu
hören bekommen. Für jemanden, der sich noch nie mit dem Thema seriöse Katzenzucht befaßt hat, scheint der Preis
für ein Katzenkind vom Züchter, der alleine bei unseren Norwegern immerhin zwischen 400 und 700 Euro für ein Liebhabertier liegen kann, immens hoch zu sein.
Ich will hier einmal versuchen, mit dem Vorurteil aufzuräumen, ein Züchter verdient sich eine goldene Nase an seinen
Katzen. Leider bekommt man am Telefon fast nie Gelegenheit, den Preis zu erklären. Wenn man auf die Frage nach
dem Preis, die fast immer zuerst gestellt wird, antwortet, bekommt man die unterschiedlichsten Reaktionen. Am
häuftigsten muß die Frau erst einmal ihren Mann fragen. Überflüssig zu erwähnen, dass man nie wieder etwas von ihr
hört. Manchmal muß man sich aber auch beschimpfen oder auslachen lassen. Nur ganz selten sind die Interessenten
nicht geschockt. Eine Rassekatze scheint nicht soviel wert zu sein, wie ein Rassehund, für den man scheinbar ohne
zu murren auch mal 750 Euro oder deutlich mehr hinlegt. Aber wo liegt der Unterschied? Ein Hundezüchter hat mit
seinen Welpen zwar mehr Arbeit als ein Katzenzüchter, weil die Hundewelpen nicht stubenrein sind. Dafür wird aber
ein Hundewelpe i.d.R. schon im Alter von 8 Wochen abgegeben, während ein Katzenkind noch mindestens 4 Wochen länger beim Züchter bleibt.
Ein seriöser Katzenzüchter, dem es vorrangig um das Wohl seiner Tiere geht, unterscheidet sich von einem
Katzenvermehrer, der nur aus Profitgier Katzenbabies produziert und sie als Ware verkauft, vor allem im Preis für
seine liebevoll aufgezogenen Jungtiere. Denn nur der Vermehrer, der seine Katzen teilweise unter katastrophalen
räumlichen und hygienischen Verhältnissen hält, "seinen" Tieren entweder gar keine oder nur eine unzureichende
veterinärmedizinische Versorgung zukommen läßt, sie mit Billigfutter ernährt und sie ohne ausreichend lange Pausen
Babys werfen läßt, die dann viel zu früh und meistens ungeimpft abgegeben werden, kann Katzenbabys zu Schleuderpreisen verkaufen!!!
Die Leute, die ein vermeindliches Schnäppchen machen wollen und eine Katze von einem Vermehrer erwerben, erleben
meistens kurze Zeit später ihr blaues Wunder. Denn das Schnäppchen wird schnell eine gute Einnahmequelle für den
Tierarzt, weil das arme Wesen mit allerlei Parasiten und Mangelerscheinungen ins neue zuhause einzieht. Von der
seelischen Verfassung des Katzenkindes, das ohne ausreichende menschliche Zuwendung groß geworden ist und viel zu
früh seine Mutter und seine Geschwister verlassen mußte, will ich gar nicht reden. Schnell ist dann natürlich die
Ursache des Problems gefunden: alle Rassekatzen sind überzüchtet und deshalb krankheitsanfällig und psychisch
gestört. Man kommt nie auf die Idee, das man alle Problem hätte vermeiden können, wenn man seine Katze für ein paar Euro mehr beim seriösen Züchter gekauft hätte.
Ein seriöser Züchter ist Mitglied in einem eingetragenen Katzenverein, der ihm strenge Zuchtrichtlinien auferlegt.
Dieser Verein garantiert durch die Erstellung der Stammbäume, dass sich der Züchter an die Vereinsrichtlinien
gehalten hat. Ein Stammbaum ist nämlich nicht nur ein Stück Papier, dass man als Katzenliebhaber nicht braucht. Er
garantiert zum einen, dass man sich auch wirklich eine Rassekatze ins Haus geholt hat. Woher will man sonst wissen,
ob die gekaufte Katze wirklich reinrassig ist? Zum anderen bescheinigt einem der Stammbaum auch, dass die
Mutterkatze eine ausreichend lange Erholungspause zwischen 2 Würfen hatte. Ist diese Pause zu kurz, verweigert der Verein nämlich die Erstellung der Stammbäume für die Nachkommen!
Ein Vermehrer will sich nicht den Richtlinien eines Vereins unterwerfen und scheut auch die Kosten, die aus einer
Mitgliedschaft resultieren: je nach Verein 50 bin 100 Euro Jahresbeitrag und zwischen 10 und 20 Euro für jeden ausgestellten Stammbaum.
Ein seriöser Katzenzüchter verlangt für seine liebevoll und optimal aufgezogenen Kitten mit Sicherheit keine
übertriebenen Preise! Wieviel die Aufzucht von einem Wurf mit 4 Katzenkindern kostet, kann ich Ihnen gerne aus meinen Erfahrungen einmal zusammenstellen:
Anschaffungskosten für die spätere Mutter der Babys ( ca. 600-700 Euro ) und Futter, Katzenstreu und
Tierarztkosten bis diese Katze 1 Jahr alt ist und zum ersten Mal Babys haben kann ( ca. 400 Euro ). Macht also
schon einmal locker 1000 Euro. Kosten für Ausstellungen, Vereinsmitgliedschaft und Fachliteratur lasse ich bewußt aus meiner Rechnung raus.
Zu den 300 bis 500 Euro Deckgebühr kommen noch die Kosten für Labortests, ohne die man seine Katze nicht zu
einem fremden Kater bringen kann ( 50-100 Euro ) und die Fahrtkosten zum Deckkater und zurück dazu ( je nach Entfernung 30 bis 100 Euro oder mehr ).
Das sind schon einmal 380 bis 700 Euro an Kosten, bevor überhaupt ein einziges Baby geboren ist!!!!
Klar, wenn man einen eigenen Kater hält, entfällt die Deckgebühr. Aber ein typvoller Kater kostet auch mindestens 600 Euro und muß auch erst mal fast 1 Jahr alt werden, bevor er decken kann!
Sind die Kleinen erst einmal auf der Welt, kommen weitere Kosten hinzu!
-für Futter und Katzenstreu ( plus deren Entsorgung - die Müllabfuhr ist teuer! ) für jedes Kitten, ehe es im Alter von frühestens 12 Wochen das Haus und damit Mama und Geschwister verlassen kann.
-für kompletten Impfschutz, ohne den keine Katze den Haushalt eines seriösen Züchters verläßt und für mehrfache Entwurmungen.
Die Summe, die man dafür veranschlagen muß, hängt von Futter- und Streusorte und von den Preisen des gewählten Tierartzes.

Manchmal kommen auch unvorhersehbare Kosten auf den Züchter zu. Wir sind z.B. 3 mal zu einem 400 km entfernt
wohnenden Deckkater gefahren, um einmal Babies von ihm und einer unserer Katzen zu bekommen. Also 3 mal Katze
hinbringen, ohne Katze nach hause fahren und 3 mal das ganze umgekehrt. Das waren also 4800 km für einen Wurf
von 4 Kitten. Es versteht sich von selbst, dass wir für diese Kitten nicht mehr verlangt haben, als für Kitten, deren
Vater bei uns lebt. Da frage ich mich wirklich, ob wir was falsch machen, wenn bei uns der Profit ausbleibt, der
nach Meinung so vieler Leute bei der Katzenzucht zu machen ist. Verstehen Sie uns nicht falsch! Wir wollen keinen
Profit, weil die Katzenzucht unser Hobby ist und Hobbies kosten nun mal Geld! Wir sind zufrieden, wenn unter dem Strich keine roten Zahlen stehen! Manchmal gelingt uns das, oft aber auch nicht.
Abschließend will ich nur noch einen Satz loswerden, den sich jeder zu Herzen nehmen sollte, der beim Kauf seines
langjährigen Hausgenossen ausschließlich auf den Preis achtet und nur beim billigsten “Züchter” kaufen will:
Was man mit keinem Geld der Welt bezahlen kann, bekommt man nur beim seriösen Züchter: die Garantie für ein
optimal aufgezogenes und auf den Menschen geprägtes, gesundes Katzenkind, das einem viele Jahre Freude machen
wird. Denn eines kann und will ein Vermehrer seinen Katzenkindern nicht geben: Liebe und Zuwendung und daraus
resultierend ein Urvertrauen in den Menschen, das eine Katze erst zu dem angenehmen Hausgenossen macht, den jeder Katzenliebhaber gerne um sich haben möchte!!!
